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Erbrecht nichtehelicher Kinder und ihrer Väter

Das Erbrecht nichtehelicher Kinder und ihrer Väter

 

Bis zum 28.05.2009 wurde bei der Frage, ob nichteheliche Kinder ihre Väter beerben (oder auch die nichtehelichen Väter ihre Kinder) folgendermaßen unterschieden:

 

War das Kind vor dem 01.07.1949 geboren, bestand kein Erbrecht.

War das Kind nach dem 01.07.1949 geboren und trat der Erbfall vor dem 31.03.1998 ein, hatte das nichteheliche Kind nur einen Geldanspruch gegen die Erben. Diesen allerdings in Höhe des gesetzlichen Erbanspruches (Erbersatzanspruch). Der Gesetzgeber hatte sich für diese Regelung entschieden, um die in seinen Augen konfliktträchtigen Erbengemeinschaften zwischen ehelichen und nichtehelichen Kindern zu verhindern.

Trat der Erbfall nach dem 31.03.1998 ein, hatten die nichtehelichen Kinder, allerdings nur die, die nach dem 01.07.1949 geboren waren, das gleiche gesetzliche Erbrecht wie eheliche Kinder gegenüber ihren Vätern.

Am 28.05.2009 hat allerding der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) festgestellt, dass der Ausschluss der nichtehelichen Kinder von der Erbfolge, die vor dem 01.07.1949 geboren waren, gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstößt. Deutschland musste deshalb seine Gesetze anpassen. Es wurde deshalb die neue Rechtslage geschaffen, die vorsieht, dass auch die vor dem 01.07.1949 geborenen nichtehelichen Kinder ihre nichtehelichen Väter beerben. Natürlich vorausgesetzt, dass die Vaterschaft feststeht. Diese muss also durch Anerkennung oder gerichtliche Vaterschaftsfeststellung bestimmt worden sein.

Dies gilt allerdings nur für Erbfälle, die nach dem 28.05.2009 eingetreten sind. Für nichteheliche Kinder, die vor dem 01.07.1949 geboren wurden und der Erbfall vor dem 29.05.2009 eingetreten ist, gibt es kein Erbrecht.



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